10.12.18

WINDSCHIEF B65

Um welches Buch ging es am 07.12.?
Ein Start ins Leben von Anita Brookner

Wer war Anita Brookner?
©unknown - Anita Brookner 
Maud Schiska und Newson Bruckner leben in Polen. Sie retten sich vor den Pogromen durch die Flucht nach London. Aus Bruckner wird Brookner. Im Juli 1928 bekommen sie eine Tochter - Anita. Sie studiert Kunstgeschichte und wird Expertin für französische Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Als erste Frau übernimmt sie, 1967 für ein Jahr der University of Cambridge, die Slade Professur der schönen Künste. Parallel dazu schreibt sie und bekommt den Booker Prize für ihren Roman Hotel du Lac.
Anita Brookner verlässt im März des Jahres 2016 London und diese Welt.


Der erste Satz: 
"Im Alter von vierzig Jahren wurde Dr. Weiss klar, dass die Literatur ihr Leben ruiniert hatte."

Das Buch - kurz zusammengefasst:
Dr.  Weiss ist eine Literaturwissenschaftlerin, die ihr Leben rekapituliert.  

Sätze aus dem Buch:
"Wie ich sehe, bewunderst du meine Stickbilder", sagte Rhoda. Ruth, die kaum etwas erkennen konnte, suchte in ihrem Herzen nach Worten der Bewunderung und fand keine.

Ihr rotes Haar war mittlerweile ein Geheimnis zwischen ihr und ihrem Friseur ...

Atmosphäre:
tragisch - komisch - gelegentlich auch die Luft abschnürend 

Zitat der Autorin:
"I think the contrast is more between damaged people and those who are undamaged."

aus dem Interview in The Paris Review - Issue 104 - Fall 1984 - Interview by Shusha Guppy

Unser Fazit:
Insgesamt betrachtet, waren manche von uns begeistert. Andere hingegen mochten es gar nicht. Das Ende war zu abrupt. In einer Sache waren wir uns aber einig: Dieses Buch ist verdammt gut geschrieben.


Nun aber die Short-List für das nächste Treffen:

S. B. 
Ian McEwan - Kindeswohl  

A.B.
Honoré de Balzac - Eine Frau von Dreißig Jahren (S.B., P.P.)

J.K.
Sybille Berg - Der Tag, als meine Frau einen Mann fand

P.P.
Jennifer Clement - Gun Love (J.K., A.B., R.W.)

R.W.
Emmanuel Carrère - Der Widersacher

D.E.
kein Vorschlag, weil nächstes Mal nicht dabei


Das Gewinnerbuch ist:

JENNIFER CLEMENT - gun love 



























Nächstes Treffen ist am 04. Januar des frisch entkorkten Jahres 2019

um c.t. 7 p.m.

Ort: wie gehabt

WER IM DUNKELN
















"Wer im Dunkeln sitzt, zündet sich einen Traum an."
Nelly Sachs

1.12.18

WIR ALLE FÜHREN ZWEI LEBEN

©? - Fernando Pessoa



"Wir alle führen zwei Leben: Eines, das wir träumen, und ein anderes, das uns ins Grab bringt."

Fernando Pessoa



17.11.18

SATURDAYSOUND

©A.L.Crego

6.11.18

WINDSCHIEF B64

Um welches Buch ging es am 02. November?
Kismet - ein Kayankaya Roman

Über den Autor Jakob Arjouni:
1964 in Frankfurt/Main geboren, probiert Jakob Arjouni viele Jobs und einige Studienfächer aus. Bis er anfängt Krimis zu schreiben und damit Erfolg hat. Leider ist Jakob Arjouni bereits mit 49 Jahren in Berlin gestorben.


"Der viel zu früh verstorbene Frankfurter Schriftsteller Jakob Arjouni war ein Spezialist für Helden in Schwierigkeiten." Heike Hupertz / Frankfurter Allgemeine Zeitung

© unbekannt - Jakob Arjouni



Das Buch - kurz zusammengefasst:
Alles beginnt mit einem Freundschaftsdienst, nimmt schnell Fahrt auf und endet ... na ja selber lesen. Hessischer hard-boiled Krimi mit türkisch-detektivischem Migrationshintergrund. Kayankaya - Privatdetektiv mit harter Schale und einem nicht allzu weichen Hirn. 

Warum sollte man das Buch lesen?
Weil das der perfekt unterhaltsame Ein-Tag-Samstagskrimi ist.

Atmosphäre:
trinkfest, witzig, spitzzüngig

Zitat des Autors:
"Ich schreibe ja auch keine realistischen Romane, sondern Märchen."
Rendezvous mit Jakob Arjouni. In: Annabelle, Zürich 19. April 1996

Unser Fazit:
Ein kurzweiliges Krimimärchen für einen verregneten Tag. Wer nach mehr Literatur in diesem Genre sucht, werde auf Dashiell Hammett verwiesen. 

Die Short-List für das nächste Treffen:

P.P. 

J.K. (J.K.& R.W.)

D.E. (D.E.)

K.M.
Detlef Kuhlbrodt - Morgen leicht, später laut
(nahm nicht an der Wahl teil, weil K.M. nächstes Treffen nicht kommen kann)

U.J.
Jonathan Safran Foer - Alles ist erleuchtet
(nahm nicht an der Wahl teil, weil U.J. nächstes Treffen nicht kommen kann)

R.W. (P.P.)


Das nächste Treffen soll am 07 Dezember 2018 um c.t. 19:00 sein

und wir lesen die Gewinnerin:

Anita Brookner - Ein Start ins Leben



24.10.18

TWO GIRLS BY THE SEA

© by Kafu - Two girls by the sea, 1920s

15.10.18

READING GIRL

READING GIRL © by the wonderful LIU YE, 2008

14.10.18

SCHATTENSPIEL AM SONNTAG


Music © Steve Reich Ensemble - Octet

11.10.18

WINDSCHIEF B63

Um welches Buch ging es am 05. Oktober?

Stanislaw Lem - Fiasko

Über den Autor:

Lem kam am 12. September 1921 im galizischen Lwow (damals Polen) auf die Welt.

Angeblich hatte er einen IQ von 180. Jedenfalls studierte der hochbegabte Mann Medizin bis die Nazis Polen überfielen. Während des zweiten Weltkriegs arbeitete Lem, unter Verschweigen seiner jüdischen Religion, als Hilfsmechaniker und Schweißer. In dieser finsteren Zeit kämpfte er gegen die deutsche Besatzungsmacht als Mitglied einer Widerstandsgruppe. Sein Medizinstudium beendete er zwar, bekam aber keinen Job und verschrieb sich der Autorentätigkeit.
Letztendlich kann man behaupten, dass er ein Technikphilofreak war, der viele Dinge vorhergesehen hatte - so beispielsweise das Internet. Lem war einer der meistgelesenen Scince-Fiction-Autoren. Bei einer Auflage von 41 Millionen kann man das wohl behaupten.
Solaris hat Andrej Tarkowskij verfilmt. Hier kann man das Meisterwerk bewundern. Teil 1 - Teil 2 

George Clooney und Steven Soderbergh haben sich darin versucht.

Lem starb in Krakau am 27. März 2006 an Herzversagen. Er war Vater eines Sohnes.


Stanisław Lem, Kraków, 1971, Photo: Jakub Grelowski/PAP
























Warum sollte man das Buch lesen?

Wegen des Reichtums an in die Zukunft weisenden Ideen und der phantasievollen Wortneuschöpfungen.

Zitat des Autors:

"In zwei Worte gefasst, bin ich ein enttäuschter Weltverbesserer."

Unser Fazit zum Buch:

Verrückt, geistreich und irgendwie hellsichtig. Aber auch erdrückend, weil überbordend - und zu dick.
Zwei haben deshalb den Joker gezogen: 
A.B & R.W.
Die Buchofferten für den Monat November - 

Bitte in Zukunft bis maximal 350 Seiten und nach Möglichkeit als Taschenbuch 

S.B.
Samuel Beckett - Molloy
I (S.B)

U.J.
Margriet de Moor - Schlaflose Nacht
II (J.K., U.J.)

P.P.
Jakob Arjouni - Kismet
III (A.B., C.K., R.W.)

R.W.
John Williams - Nichts als die Nacht
I (P.P)

Das Gewinnerbuch:























Nächstes windschiefe Treffen ist am: 02. November um c.t. 19

9.10.18

READING GROUP


COVER for - THE NEW YORKER - © sempé

23.9.18

LAZY SUNDAY AFTERNOON




"...Lazy Sunday afternoon
I've got no mind to worry
Close my eyes and drift away..."

15.9.18

ÜBER MICHAEL ONDAATJE

Eine wunderbare Sendung von Dietrich Leube über Michael Ondaatje auf Lange Nacht - Deutschlandfunk Kultur.


13.9.18

WINDSCHIEF B62


Um welches Buch ging es am 07. September?

Verschwörung gegen Amerika


Philip Roth über Philip Roth:

Lassen wir ihn HIER über sich selbst erzählen. 

© Fuente - Reuters
















Erster Satz des Buches:
"Angst beherrscht diese Erinnerungen, eine ständige Angst."

Kurz zusammengefasst:
Ein Was-Wäre-Wenn-Roman = Dystopie: ein Faschist wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.  

Warum sollte man das Buch lesen?
auch der Satzschnipsel wegen - präzise wie eine Punktlandung.

"...und fixierte uns im Fadenkreuz ihres Wahnsinns..."

Gründe dafür:
- Brillante Schilderungen aus der Sicht eines neunjährigen Jungen
- kontrastreich skizzierte Charaktere

Gründe dagegen:
- für manche zu langatmig 
- die Vermischung dystopischer Elemente mit autobiographischen Schilderungen würden kein tragendes Fundament der Glaubwürdigkeit bilden und trivialisierten das viel zu wichtige und aktuelle Thema des Romans nämlich den wieder aufkeimenden Faschismus in unserer heutigen Zeit.

Unser Fazit:
Es gäbe wohl bessere Bücher des Autors - nichtsdestotrotz ist Philip Roth ein Schriftsteller, den man lesen muss.


Vorschläge zum nächsten Treffen am: 05.10.

J.K.


C.K.

U.J.

A.B.

S.B. 

P.P.

R.W.


Alles in allem war es ein wirklich bewegender und bestimmt für alle unvergesslicher Abend.


Letztendlich fiel die Entscheidung - trotz der 450 Seiten - auf:

Stanislaw Lem - Fiasko


30.8.18

DIE FÜNFTE JAHRESZEIT

Die schönste Zeit im Jahr, im Leben, im Jahr? Lassen Sie mich nachfühlen.
Frühling? Dieser lange, etwas bleichsüchtige Lümmel, mit einem Papierblütenkranz auf dem Kopf, da stakt er über die begrünten Hügel, einen gelben Stecken hat er in der Hand, präraffaelitisch und wie aus der Fürsorge entlaufen; alles ist hellblau und laut, die Spatzen fiepen und sielen sich in blauen Lachen, die Knospen knospen mit einem kleinen Knall, grüne Blättchen stecken fürwitzig ihre Köpfchen ... ä, pfui Deibel!... die Erde sieht aus wie unrasiert, der Regen regnet jeglichen Tag und tut sich noch was darauf zugute: ich bin so nötig für das Wachstum, regnet er. Der Frühling –?
Sommer? Wie eine trächtige Kuh liegt das Land, die Felder haben zu tun, die Engerlinge auch, die Stare auch; die Vogelscheuchen scheuchen, daß die ältesten Vögel nicht aus dem Lachen herauskommen, die Ochsen schwitzen, die Dampfpflüge machen Muh, eine ungeheure Tätigkeit hat rings sich aufgetan; nachts, wenn die Nebel steigen, wirtschaftet es noch im Bauch der Erde, das ganze Land dampft vor Arbeit, es wächst, begattet sich, jungt, Säfte steigen auf und ab, die Stuten brüten, Kühe sitzen auf ihren Eiern, die Enten bringen lebendige Junge zur Welt: kleine pipsende Wolleballen, der Hahn – der Hahn, das Aas, ist so recht das Symbol des Sommers! er preist seinen Tritt an, das göttliche Elixier, er ist das Zeichen der Fruchtbarkeit, hast du das gesehn? und macht demgemäß einen mordsmäßigen Krach ... der Sommer –? Herbst? Mürrisch zieht sich die Haut der Erde zusammen, dünne Schleier legt sich die Fröstelnde über, Regenschauer fegt über die Felder und peitscht die entfleischten Baumstümpfe, die ihre hölzernen Schwurfinger zum Offenbarungseid in die Luft strecken: Hier ist nichts mehr zu holen ... So sieht es auch aus... Nichts zu holen ... und der Wind verklagt die Erde, und klagend heult er um die Ecken, in enge Nasengänge wühlt er sich ein, Huuh macht er in den Stirnhöhlen, denn der Wind bekommt Prozente von den Nasendoktoren ... hochauf spritzt brauner Straßenmodder... die Sonne ist zur Kur in Abbazia ... der Herbst –?
Und Winter? Es wird eine Art Schnee geliefert, der sich, wenn er die Erde nur von weitem sieht, sofort in Schmutz auflöst; wenn es kalt ist, ist es nicht richtig kalt sondern naßkalt, also naß... Tritt man auf Eis, macht das Eis Knack und bekommt rissige Sprünge, so eine Qualität ist das! Manchmal ist Glatteis, dann sitzt der liebe Gott, der gute, alte Mann, in den Wattewolken und freut sich, daß die Leute der Länge lang hinschlagen ... also, wenn sie denn werden kindisch ... kalt ist der Ostwind, kalt die Sonnenstrahlen, am kältesten die Zentralheizung – der Winter –?
»Kurz und knapp, Herr Hauser! Hier sind unsere vier Jahreszeiten. Bitte: Welche –?«
Keine. Die fünfte.
»Es gibt keine fünfte.«
Es gibt eine fünfte. – Hör zu:
Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es – wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat –: dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist – nun ist es vorüber. Nun sind da noch die Blätter und die Gräser und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.
Mücken spielen im schwarz-goldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben – es ruht.
So vier, so acht Tage –
Und dann geht etwas vor.
Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert – und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft – es ist etwas geschehen: so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt..., na ... na..., und nun ist er auf die andere Seite gefallen. Noch ist alles wie gestern: die Blätter, die Bäume, die Sträucher... aber nun ist alles anders. Das Licht ist hell, Spinnenfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen – nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sehr sentimental werden – es ist nicht der Johannistrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.
Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.
(Kaspar Hauser alias Kurt Tucholsky - Die Weltbühne, 22.10.1929, Nr. 43 S. 631)

29.8.18

MIT JEDER SORTE PLEBS SICH ZU VERBRÜDERN

Erich Weinert 1933 - ©?




















DIE HAKENRUNE (1946)

Kaum war das tausendjährige Reich kaputt,
Da krochen sie behend, die Hakenrune
Rasch aus dem Knopfloch polkend, aus dem Schutt
Und machten, etwas vorschnell, auf Kommune.
Mit vollen Hosen standen sie parat,
Mit jeder Sorte Plebs sich zu verbrüdern,
Und drängelten sich vor, dem neuen Staat
Sich anzubieten oder anzubiedern.
Auf einmal gabs in Deutschland nichts als Opfer,
Bereit zum Eintritt in die Heilsarmee,
Und schon erschienen auch die Schulterklopfer
Und tremolierten ihr absolvo te!
Wer konnte wohl auf soviel Nachsicht hoffen!
Sie stiegen wieder ins Geschäft mit ein,
Denn alle Hintertüren standen offen,
Und jeder hatte den Entlausungsschein.
Sieg-Heil! Der erste Schock ist überwunden.
Die Amnestie begießt man auf Banketts.
Und man entschädigt sich für Schrecksekunden
Und sucht und findet Löcher im Gesetz.
Schon gehn die meisten wieder durch die Maschen.
Wie lange noch? Dann steht der Schießverein.
Denn statt das Land von Nazis reinzuwaschen,
Wäscht man die ganzen Nazis wieder rein.
Das darf sich heut schon wieder frech vermessen
Und sein Bedauern fassen ins Gebet,
Daß viel zu wenig im KZ gesessen
Und daß es nicht noch mal nach Moskau geht.
Das darf heut immer noch Soldaten spielen,
Wohin kein unberufenes Auge guckt,
Und lernt auf unbequeme Köpfe zielen,
Bereit zum Einsatz, wenn die Straße muckt.
Das läßt schon wieder Meuchelmörder frei,
Nach denen sie jahrzehntelang gefahndet,
Als ob inzwischen nichts geschehen sei.
Doch Fahnenflucht wird immer noch geahndet.
Das macht, im Schatten der Vergeßlichkeit,
In seiner Klaue noch den Stil von gestern,
Schon wieder sich in Leitartikeln breit,
Und darf, was heut sich redlich müht, verlästern.
Das darf sich wieder vor Kathedern flegeln
Und wird nicht gleich mit Prügeln relegiert.
Das spielt sich wieder auf nach Standesregeln,
Statt Schutt zu karren, wie es ihm gebührt.
Ja, haben dafür unsere kühnsten Herzen
Gekämpft, gelitten und ihr Blut verströmt,
Daß die, die wir geschworen, auszumerzen,
Heut nicht einmal mehr öffentlich verfemt?
Genauso hat es damals angefangen!
Und wo es aufhört, ist euch bekannt.
Verschlaft ihr noch einmal, die zu belangen,
Dann reicht bestimmt kein Volk uns mehr die Hand.
(Erich Weinert)
Zitiert nach Ernst Busch: Rote Lieder – Rote Gedichte. Erich Weinert. Aurora 5 80 029/30. Hrs. 1967, Nachaufl. 1972.

13.8.18

SCHENKT BÜCHER

© Hermann Eidenbenz ca. 1930

31.7.18

LIEBER FREUND



"Lieber Freund, was für ein Sommer!
Ich denke Sie mir im Zimmer sitzend, mehr Omelette als Mensch."

(Nietzsche)

18.7.18

14.7.18

MIT BÜCHERN REISEN

Hier klicken und sich auf die Reise begeben.

3.7.18

HERR KAFKA

© Andy Warhol - Franz Kafka









"Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen."

(Franz Kafka *03. Juli 1883)

21.6.18

MONSIEUR SARTRE

"If you're lonely when you're alone, you're in bad company."


(J. P. Sartre)

8.6.18

DER JUNI

Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.


Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.


Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.


Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
und, weil's zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.


Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist's bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.


Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.


Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.


Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob's Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.


(Erich Kästner)

FREITAGSBILD

© RU

4.6.18

WINDSCHIEF B61

Um welches Buch ging es am 01. Juni?



Über den Autor selbst:

Ein in Palo Alto, Kalifornien, USA - lebender, schreibender, praktizierender Psychiater und Psychotherapeut.  



Kurz zusammengefasst:
Das Buch beinhaltet Fallgeschichten aus Yaloms jahrzehntelanger Praxis als Pyschotherapeut.

Warum sollte man das Buch lesen?
Wenn man mehr über die Arbeit eines Therapeuten erfahren möchte und Interesse an Menschen hat, die versuchen den Widrigkeiten des Lebens zu trotzen, indem sie sich auf den oft so schmerzhaften Pfad einer Psychotherapie begeben.

Zitat des Autors:
"Ich arbeite nicht gerne mit Patienten, die verliebt sind. Vielleicht ist es Neid. Auch ich sehne mich nach dem Zauber der Verliebtheit. Vielleicht weil Verliebtheit und Psychotherapie im Grunde unvereinbar sind. Der gute Therapeut bekämpft die Dunkelheit und und sucht Erleuchtung, während die romantische Liebe alles verklärt und genauer Prüfung nicht standhält. Ich hasse es, der Henker der Liebe zu sein."
Unser Fazit:
Ein Buch, das in den Abgrund der menschlichen Seele blicken lässt. Gekonnt konstruiert und gewusst wie man als Autor Spannung und Interesse erzeugt.
"Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein."
(Nietzsche) 


Aus folgenden Vorschlägen

P.P.

R.W.

S.B.
Rebeccas Töchter - Dylan Thomas

D.E.

K.M.


fiel letztendlich unsere Entscheidung auf ... TATAAAAAAA

Philip Roth - Verschwörung gegen Amerika



Nächstes Treffen - nach der Sommerpause - ist am 

07. September
Ort: bekannt
Zeit: 19:00 c.t.