Wer hat es geschrieben?
Dmitrij Kapitelman wurde in Kiew in der damaligen Ukrainischen Sowjetrepublik geboren. Im Alter von acht Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Er wuchs in Leipzig auf. Kapitelman studierte Politikwissenschaft und Soziologie und absolvierte anschließend eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München.
Der Inhalt:
Nachdem die Eltern ihre Ersparnisse aus Kiew in Aktien gesteckt hatten, die leider keine Rendite brachten, eröffnen sie mit den letzten zweitausend Mark das „Magasin“, einen Laden für russische Spezialitäten. Dort hilft der Sohn aus und in diesem Laden finden sich viele Menschen ein, die den Spezialitäten aus der ehemaligen Sowjetunion nachhängen. Und er versucht, sich durchzumogeln, sich nicht anmerken zu lassen, dass sein Russisch nicht ausreicht, um sicher kommunizieren zu können. Weder der Laden noch die Umgebung sind sonderlich heimelig und obendrein ist der Sohn mit einer Mutter geschlagen, die die Propaganda Putins für die einzig richtige Wahrheit hält und der Ukraine die alleinige Schuld gibt für den Krieg.
Im zweiten Teil reist Dmitrij (Sajka, Sinok, Sinatshka) in die Ukraine, um sich ein Bild zu machen und um Freunde zu treffen und vorsichtig zu lavieren unter Menschen, die im Gegensatz zu ihm Ukrainisch sprachen und das Russische, seine Muttersprache lieber nicht hören wollten.
Fazit:
Wir haben lange über das Buch gesprochen, manche fanden es zäh, brachten es nicht zu Ende, fanden den Humor nicht überzeugend, die Atmosphäre im postsowjetischen Laden zu deprimierend. Aber das Thema der Zweisprachigkeit, dem er im Buch immer wieder nachspürt und der Zerrissenheit, die sich einstellt, wenn seine Mutter die Seite der russischen Aggressoren einnimmt und er sie liebt.
Zitat:
Mutter und Sohn sehen im Fernsehen Putin bei einem Staatsbesuch in China, bei dem er sich als viriler Haudrauf geriert und dafür gefeiert wird.
„Ich schaue zu Mama. Wie ängstlich muss man sein, um die Welt nur aus dieser totalitären fernsehrussischen Sicht betrachten zu wollen? Wie schwach? Denn das ist Gewalt im Kern immer: Schwäche.“
Eine unermesslich große Lust auf ein PLOMBIR-EIS.
Und wieder Mal:
Ein Abend der besonderen Art. Vielleicht, weil wir alle unsere Beschwernisse mit an den Tisch brachten. Wir schoben es auf die Frühjahrsmüdigkeit. Aber es wurde ein wunderbarer Abend.
Ein Hoch auf den Koch und Bäcker des spektakulären Shokupan, einem Trostbrot der besonderen Art.
Diejenige, die nicht dabei waren, haben wir sehr vermisst.
(Großer Dank an D. E. für die Texte.)
Die Vorschläge zum nächsten Treffen am 03. April um c. t. 19 :00.
J. K.: next time absent
A. P.: next time absent
D. E.: Ian McEwan - Was wir wissen können (tsu fätt)
P. P.: Rudger Bregman - Moralische Ambitionen 2.0
R. W.: Gisèle Pelicot - Eine Hymne an das Leben
K. M.: Lars Gustafsson - Nachmittag eines Fliesenlegers
AND the winner is:
Gisèle Pelicot - EINE HYMNE AN DAS LEBEN
Ein Buch geht herum 02: (Idee von A. P :-)
Anke Feuchtenberger - Der Spalt
heute ging es in der Runde an R. W. & P. P.



















