AHA!
15.2.26
7.2.26
WINDSCHIEF B129
Um welches Buch ging es am 06. 02. 26?
Die Bestie von Paris und andere Geschichten
Wer hat es geschrieben? Marie-Luise Scherer
Marie-Luise Scherer wurde 1938 in Saarbrücken geboren. Sie war eine deutsche Journalistin und Essayistin. Ihre Texte zeichnen sich durch präzise Beobachtung aus. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ludwig-Börne-Preis.
Marie-Luise Scherer starb 2022 in Hamburg.
Der Inhalt:
Scherer beherrscht die Kunst der Reportage. In diesem Buch sind es vier. Die Bestie von Paris, Der letzte Surrealist, Dinge über Monsieur Proust, Kleine Schreie des Wiedersehens.
Am liebsten mochten wir:
Die Bestie von Paris
In der längsten und titelgebenden Reportage rekonstruiert Scherer die Taten eines Serienmörders, der in den 1980er Jahren in Paris ältere alleinlebende Frauen ermordete. Ohne zu dramatisieren beschreibt sie sachlich, gekonnt und haargenau die letzten Wege der Opfer. Beängstigend gekonnt.
Kleine Schreie des Wiedersehens
Hier schildert Scherer eine Reihe kurzer Szenen über das Wiedersehen mit Menschen der Pariser Modewelt. Sezierende Beobachtungen mit sehr viel Humor für die Essenz der Oberflächlichkeiten. Bravissimo.
Fazit:
Die zwei anderen Geschichten fanden wir dröge.
Insgesamt ist Scherers Stil geprägt von Haltung, Disziplin und Respekt vor der Wirklichkeit. Sie will nichts überwältigen, nichts verführen, nichts erklären, was sich zeigen lässt. Das macht die Texte anspruchsvoll, konzentriert und ungewöhnlich präzise.
Man liest sie nicht schnell mal so weg und vergisst sie auch nur langsam - wenn überhaupt.
Falls verschenken? Wem?
Alle, die gern brilliant formulierte Reportagen lesen - aber auch den anderen.
Was bleibt nach dem Lesen?
Erinnerung an die Opfer der Mörder und an die Modeopfer.
PS: Das Bonmot des Abends gehört J. K.: RoNelle
Was ist der Unterschied zwischen Roman und Novellle? Keine Ahnung. O.k., dann ist es eben eine RONELLE.
Die Vorschläge zum nächsten Treffen am 06. März um c. t. 19 :00.
J. K.: Dmitrij Kapitelman - Russische Spezialitäten
A. P.: Mariana Travacio - Ein Mann namens Loprede
D. E.: Sophie Hunger - Walzer für Niemand
P. P.: Rudger Bregman - Moralische Ambitionen
R. W.: Timothy Snyder - Über Tyrannei
K. M.: Christof Hein - Der fremde Freund
S. B.: Truman Capote - Sommerdiebe
A. B.: - next time absent (vermutlich)
UND der Gewinner ist:
Dmitrij Kapitelmann - Russische Spezialitäten
Ein Buch geht herum 01: Idee von A. P :-)
Anke Feuchtenberger - Der Spalt
heute ging es in der Runde an D. E.
4.1.26
2026 - WINDSCHIEF B128
• 2026 •
Um welches Buch ging es am 02. 01. 26?
Die Holländerinnen
Wer hat es geschrieben?
Dorothee Elmiger ist eine Schweizer Schriftstellerin, geboren 1985. Sie studierte Literatur am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig sowie Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Luzern und der Freien Universität Berlin. Elmiger lebte lange in Zürich und zog 2022 nach New York.
Der Inhhalt in paar Sätzen oder worum ging es?
In „Die Holländerinnen“ erzählt Dorothee Elmiger von einer Schriftstellerin, die im Rahmen eines Theaterprojekts mit einer Gruppe in den Dschungel Panamas reist, um die Spuren zweier junger niederländischer Frauen nachzugehen, die dort verschwunden sind.
Fazit:
Selten waren die Meinungen so gespalten.
Diejenigen, die es mochten, argumentierten beispielsweise mit:
„Es ist kein Roman, der etwas lösen will, sondern etwas offenlegt.” Es geht um die Gewalt des Erzählens selbst, um unsere Gier nach Geschichten und unsere Lust an fremdem Leid, solange es gut verpackt ist. Dieses Buch hält uns keinen Spiegel vor, sondern reißt ihn uns aus der Hand. Spannung und Ängste werden geschickt erzeugt.
Denjenigen, die es nicht mochten:
Der Text sei eine Zumutung, der Konjunktiv sei unverdaulich und sperrig, es sei zu viel auf einmal gewollt, es komme kein einziger neuer Gedanke vor, die Geschichte sei uninteressant, die Autorin wolle um jeden Preis intellektuell sein, das sei unerträglich, statt Identifikation entstehe Distanz, statt Handlung gebe es eine permanente Selbstbefragung des eigenen Blicks.
Wer hier nach True Crime sucht, bekommt Ethikunterricht.
Im Grunde kann man sagen, dass genau das, was manche nicht mochten, von den anderen als großartig erachtet wurde.
Falls verschenken? Wem?
Für - weiß ich nicht!
Was bleibt nach dem Lesen?
Schweigende Leere oder Begeisterung.
Die Vorschläge zum nächsten Treffen am 06. Februar um c. t. 19 :00.
D. E.: Ursula Krechel - Vom Herzasthma des Exils
P. P.: Florentine Anders - Die Allee
R. W.: Marie-Luise Scherer - Die Bestie von Paris und andere Geschichten
A. B.: Caroline Wahl - Die Assistentin eigentlich das Gewinnerbuch, doch da manche/r von uns das Buch gerne gehört hätte, haben wir uns über die Hörprobe so sehr erschrocken (schlimm), dass wir uns dagegen entschieden haben. (Caroline Wahl hat es selbst gelesen.)
C. K.: - (next time absent)
UND die Gewinnerin ist:
Marie-Luise Scherer - Die Bestie von Paris






