28.5.20

5.5.20

WINDSCHIEF B80 - ZOOM2

Um welches Buch ging es am 01.05.2020?
Das Haus des Windes von Louise Erdrich

Etwas über die Autorin:
Louise Erdrich ist eine erfolgreiche Autorin, die als Vertreterin der amerikanischen Gegenwartsliteratur gilt. Hier ist eine kurze Biographie.

























North Dakota - Indianerreservat. Hier lebt der Vierzehnjährige Joe mit seiner Familie. Die Geschichte des Romans dreht sich um das schreckliche Verbrechen, das man Joes Mutter angetan hat. Nach der Vergewaltigung ist nichts mehr so wie es vorher war. Es geht aber auch um das Älterwerden - um das Verliebtsein - um Freundschaft und um seine traumatisierte Familie, die taumelt und die Suche nach dem Täter. 


Erster Satz:
Junge Bäume hatten am Haus meiner Eltern das Fundament angegriffen.


Was dachten wir über das Buch:
Größtenteils mochten wir das Buch. Am meisten aber die Schilderung einer für uns unbekannten Welt - die eines Reservats. 


Die Vorschläge zum nächsten Mal sind gewesen:

A.B.




R.W.




das zu lesende Buch / das Gewinnerbuch für das nächste Treffen

Hannelore Cayre - Die Alte




















Das nächste windschiefe, ZOOMige Treffen ist am:

05. Juni um c.t. 19:00

18.4.20

13.4.20

OHNE

© P.N.P

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."
(F. Nietzsche)

10.4.20

7.4.20

WINDSCHIEF B79

WINDSCHIEF B79 ging ZOOM
Um welches Buch ging es am 03. April?
Gunnar Heinsohn - Söhne und Weltmacht

Erst aber ein paar Worte zum Autor:
Ein etwas wildgewordener Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe, der uns Europäern rät die Koffer zu packen, denn früher oder später werden wir überrollt. 

Kurze Zusammenfassung des Buches:
Der Grund für Krieg ist laut H. der lineare Zusammenhang zwischen einem Überschuss an jungen gelangweilten, gewaltbereiten Männern ohne Perspektive - der sog. youth bulge und ... tja, was eigentlich?

Unser Fazit:
Ein redundantes und eindimensionales Werk vollgespickt mit Tabellen. Teilweise stimmt seine These, aber teilweise reicht hier nicht aus, denn auf diesem Boden können viele Vorurteile wachsen und gedeihen. Viele Tabellen machen noch keine Wahrheit. 

PS: Wenn man etwas über Männer und deren Gründe Krieg spielen zu wollen, erfahren will, dann sei hier auf Klaus Theweleit verwiesen. Dieser hat viel Kluges dazu gesagt.


NÄCHSTES TREFFEN IST AM:

01. MAI um c.t. 19:00:



UND HIER DIE VORSCHLÄGE:


AND THE WINNER IS: 

LOUISE ERDRICH - DAS HAUS DES WINDES 

Ist vergriffen, so auf der Seite des Verlages - antiquarisch aber noch gut erhältlich



AUFGEPASST!!!!! ES GIBT VERÄNDERUNGEN IN DER SATZUNG. 

Vorschlag von K.M. wurde von allen sehr begrüßt und einstimmig angenommen.

Folgendes Procedere: 
Aus dem Buch, das ich vorschlagen möchte, schicke ich zwei aufeinanderfolgende von mir herausgegriffene Seiten (als Foto oder aus der Lesevorschau kopiert) spätestens 7 Tage vor dem nächsten Treffen per Mail an alle.
Wichtig: Die Autorin/Der Autor & der Titel bleiben geheim. 

Beim nächsten Treffen werden die Bücher wie gehabt vorgeschlagen und das Geheimnis erst dann gelüftet und es wird abgestimmt.

24.3.20

LEBEN ALLEIN GENÜGT NICHT

"Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben."
Hans Christian Andersen
(1805 - 1875), dänischer Märchendichter

19.3.20

14.3.20

WIE WUNDERVOLL

Wie wundervoll sind diese Wesen,
Die, was nicht deutbar, dennoch deuten,
Was nie geschrieben wurde, lesen,
Verworrenes beherrschend binden
Und Wege noch im Ewig-Dunkeln finden.

Hugo von Hofmannsthal: Der Tor und der Tod (1893)


Hofmannsthal, April 1901

3.3.20

WINDSCHIEF im MÄRZ - CANCELLED

Rezepte gegen Grippe


Beim ersten Herannahen der Grippe, erkennbar an leichtem Kribbeln in der Nase, Ziehen in den Füßen, Hüsteln, Geldmangel und der Abneigung, morgens ins Geschäft zu gehen, gurgele man mit etwas gestoßenem Koks sowie einem halben Tropfen Jod. Darauf pflegt dann die Grippe einzusetzen.
Die Grippe – auch ›spanische Grippe‹, Influenza, Erkältung (lateinisch: Schnuppen) genannt – wird durch nervöse Bakterien verbreitet, die ihrerseits erkältet sind: die sogenannten Infusionstierchen. Die Grippe ist manchmal von Fieber begleitet, das mit 128° Fahrenheit einsetzt; an festen Börsentagen ist es etwas schwächer, an schwachen fester – also meist fester. Man steckt sich am vorteilhaftesten an, indem man als männlicher Grippekranker eine Frau, als weibliche Grippekranke einen Mann küßt – über das Geschlecht befrage man seinen Hausarzt. Die Ansteckung kann auch erfolgen, indem man sich in ein Hustenhaus (sog. ›Theater‹) begibt; man vermeide es aber, sich beim Husten die Hand vor den Mund zu halten, weil dies nicht gesund für die Bazillen ist. Die Grippe steckt nicht an, sondern ist eine Infektionskrankheit.
Sehr gut haben meinem Mann ja immer die kalten Packungen getan; wir machen das so, daß wir einen heißen Grießbrei kochen, diesen in ein Leinentuch packen, ihn aufessen und dem Kranken dann etwas Kognak geben – innerhalb zwei Stunden ist der Kranke hellblau, nach einer weiteren Stunde dunkelblau. Statt Kognak kann auch Möbelspiritus verabreicht werden.
Fleisch, Gemüse, Suppe, Butter, Brot, Obst, Kompott und Nachspeise sind während der Grippe tunlichst zu vermeiden – Homöopathen lecken am besten täglich je dreimal eine Fünf-Pfennig-Marke, bei hohem Fieber eine Zehn-Pfennig-Marke.
Bei Grippe muß unter allen Umständen das Bett gehütet werden – es braucht nicht das eigene zu sein. Während der Schüttelfröste trage man wollene Strümpfe, diese am besten um den Hals; damit die Beine unterdessen nicht unbedeckt bleiben, bekleide man sie mit je einem Stehumlegekragen. Die Hauptsache bei der Behandlung ist Wärme: also ein römisches Konkordats-Bad. Bei der Rückfahrt stelle man sich auf eine Omnibus-Plattform, schließe aber allen Mitfahrenden den Mund, damit es nicht zieht.
Die Schulmedizin versagt vor der Grippe gänzlich. Es ist also sehr gut, sich ein siderisches Pendel über den Bauch zu hängen: schwingt es von rechts nach links, handelt es sich um Influenza; schwingt es aber von links nach rechts, so ist eine Erkältung im Anzuge. Darauf ziehe man den Anzug aus und begebe sich in die Behandlung Weißenbergs. Der von ihm verordnete weiße Käse muß unmittelbar auf die Grippe geschmiert werden; ihn unter das Bett zu kleben, zeugt von medizinischer Unkenntnis sowie von Herzensroheit.
Keinesfalls vertraue man dieses geheimnisvolle Leiden einem sogenannten ›Arzt‹ an; man frage vielmehr im Grippefall Frau Meyer. Frau Meyer weiß immer etwas gegen diese Krankheit. Bricht in einem Bekanntenkreis die Grippe aus, so genügt es, wenn sich ein Mitglied des Kreises in Behandlung begibt – die andern machen dann alles mit, was der Arzt verordnet. An hauptsächlichen Mitteln kommen in Betracht:
Kamillentee. Fliedertee. Magnolientee. Gummibaumtee. Kakteentee.
Diese Mittel stammen noch aus Großmutters Tagen und helfen in keiner Weise glänzend. Unsere moderne Zeit hat andere Mittel, der chemischen Industrie aufzuhelfen. An Grippemitteln seien genannt:
Aspirol. Pyramidin. Bysopeptan. Ohrolax. Primadonna. Bellapholisiin. Aethyl-Phenil-Lekaryl-Parapherinan-Dynamit-Acethylen-Koollomban-Piporol. Bei letzterem Mittel genügt es schon, den Namen mehrere Male schnell hintereinander auszusprechen. Man nehme alle diese Mittel sofort, wenn sie aufkommen – solange sie noch helfen, und zwar in alphabetischer Reihenfolge, ch ist ein Buchstabe. Doppelkohlensaures Natron ist auch gesund.
Besonders bewährt haben sich nach der Behandlung die sogenannten prophylaktischen Spritzen (lac, griechisch; so viel wie ›Milch‹ oder ›See‹). Diese Spritzen heilen am besten Grippen, die bereits vorbei sind – diese aber immer.
Amerikaner pflegen sich bei Grippe Umschläge mit heißem Schwedenpunsch zu machen; Italiener halten den rechten Arm längere Zeit in gestreckter Richtung in die Höhe; Franzosen ignorieren die Grippe so, wie sie den Winter ignorieren, und die Wiener machen ein Feuilleton aus dem jeweiligen Krankheitsfall. Wir Deutsche aber behandeln die Sache methodisch.
Wir legen uns erst ins Bett, bekommen dann die Grippe und stehen nur auf, wenn wir wirklich hohes Fieber haben: dann müssen wir dringend in die Stadt, um etwas zu erledigen. Ein Telefon am Bett von weiblichen Patienten zieht den Krankheitsverlauf in die Länge.
Die Grippe wurde im Jahre 1725 von dem englischen Pfarrer Jonathan Grips erfunden; wissenschaftlich heilbar ist sie seit dem Jahre 1724.
Die glücklich erfolgte Heilung erkennt man an Kreuzschmerzen, Husten, Ziehen in den Füßen und einem leichten Kribbeln in der Nase. Diese Anzeichen gehören aber nicht, wie der Laie meint, der alten Grippe an – sondern einer neuen. Die Dauer einer gewöhnlichen Hausgrippe ist bei ärztlicher Behandlung drei Wochen, ohne ärztliche Behandlung 21 Tage. Bei Männern tritt noch die sog, ›Wehleidigkeit‹ hinzu; mit diesem Aufwand an Getue kriegen Frauen Kinder.
Das Hausmittel Cäsars gegen die Grippe war Lorbeerkranz-Suppe; das Palastmittel Vanderbilts ist Platinbouillon mit weichgekochten Perlen.
Und so fasse ich denn meine Ausführungen in die Worte des bekannten Grippologen Professor Dr. Dr. Dr. Ovaritius zusammen:
Die Grippe ist keine Krankheit – sie ist ein Zustand –!

Peter Panter

Vossische Zeitung, 03.02.1931, Nr. 28.

NÄCHSTES TREFFEN IST AM 03. APRIL - BEI BESTER GESUNDHEIT ALLERSEITS

14.2.20

13.2.20

WINDSCHIEF B78 (+ M12)

Um welches Buch ging es am 07. 02. 2020?

Yoko Tawada - Das nackte Auge

Etwas über die Autorin:

Yoko Tawada kommt 1960 in Tokio zur Welt. Sie lebt jetzt in Berlin und schreibt auf Deutsch und Japanisch. 






















Kurz zusammengefasst oder der Stoff der Geschichte:

Eine sechzehnjährige Schülerin aus Saigon wird 1988 in die DDR eingeladen. Von dort aus wird sie von einem Westdeutschen gegen ihren Willen aus dem Osten in den Westen entführt, weil dieser glaubt, so sei es besser für sie. Zunächst ist sie in Bochum. Von Bochum aus ergreift sie die Flucht und nimmt den Zug - Moskau als Ziel. Über Moskau möchte sie weiter nach Vietnam. Aus irgendeinem Grund irrt sie sich, fährt in die gegengesetzte Richtung und strandet in Paris. In der Metropole an der Seine ist sie eine Illegale. Wohnt bei einer Frau aus Vietnam, welche sie durch Zufall im Zug kennenlernt. Um ihrem realen ziellosen Leben zu entkommen, flüchtet sie ins Kino und schließt einen imaginären Bund mit Catherine Fabienne Deneuve. 

Atmosphäre:

Die Hauptfigur ist verloren, ausgeliefert und ohne jegliche Gegenwehr. Sie irrlichtert durch das Leben.

Der Anfangssatz:

"Ein gefilmtes Auge, angeheftet an einem bewusstlosen Körper."


Ein Gedicht der Autorin:

Die zweite Person Ich

Als ich dich noch siezte,
sagte ich ich und meinte damit 
mich.
Seit gestern duze ich dich,
weiß aber noch nicht.
wie ich mich umbennen soll.

Was dachten wir über das Buch:

Wenn man es mag, dann sehr - aber die meisten von uns hat das Buch nicht angesprochen -  manchmal kaum erträglicher an der Psychose schrammender Text. Manch einer dekodiert das als Poesie. 

Vielleicht aber lasen wir ja das falsche Buch einer durchaus interessanten Autorin?! 


Die vorgeschlagenen Bücher sind:


A.P.

U.J.

D.E.

S.B.

K.M.

R.W.

P.P.



das zu lesende Buch / das Gewinnerbuch für das nächste Treffen

GUNNAR HEINSOHN - SÖHNE UND WELTMACHT





Das nächste windschiefe Treffen ist am:



06. März um c.t. 19:00

7.2.20

22.1.20

DAS TAGEBUCH DER

ANNE FRANK


8.1.20

IT'S NOT

a van Gogh

© ???

6.1.20

WINDSCHIEF B77 + M12 = 89

Um welches Buch ging es am 03. November?

Pique Dame von Alexander Puschkin


Worte zum Autor:























Geboren wird Puschkin am 06. Juni 1799 in Moskau. Er stirbt am 10. Februar 1837 in St. Petersburg. Zwei Tage nach einem Schuss in den Bauch während eines Duells mit seinem Schwager. Puschkins Leben war kurz. Doch sein geniales Werk machte ihn zu DEM Nationaldichter Russlands. 


Kurze Zusammenfassung:
Pique Dame ist eine Novelle. Sie erscheint im Jahre 1834. Die Geschichte handelt von einem jungen Mann namens Hermann, der beim Kartenspiel ein Vermögen gewinnen will. Dabei geht es aber auch um die Motive List, Liebe, Verrat und allem voran um Habgier. Traumelemente werden mit Realität verwoben. 


Erster Satz: 
Bei Narumow, einem Offizier der Gardekavallerie, spielte man Karten. 


Unser Fazit:
Ein kurzes Werk der Weltliteratur, das zwischen Realität und phantastischer Ebene changiert. 


Nächstes Treffen:
07. Februar um c.t. 7 p.m.


Die Vorschläge:

P. P.
Marshall Goldsmith - Was Sie hierher gebracht hat, wird Sie nicht weiterbringen

K. M.
Marek Hlasko - Alle hatten sich abgewandt

U. J.
Saša Stanišić - Herkunft

S. B.
Yoko Tawada - Das nackte Auge

D. E.
Heinrich Steinfest - Gebrauchsanweisung fürs Scheitern

R. W.
Alan Bennett - Die souveräne Leserin

A. B.
Ian McEwan - Maschinen wie ich



Das Buch, das darauf wartet gelesen zu werden, ist:

Yoko Tawada - Das nackte Auge