26.7.17

ICH FREUE MICH



"Ich freue mich, wenn es regnet. 
Denn wenn ich mich nicht freue, 
regnet es auch.

24.7.17

MONDAY, MONDAY...

© Jonathan Wolstenholme

15.7.17

28.6.17

WENN ES




















"Wenn es zum Auftrag gehört bin ich durchaus imstande, hin und wieder mal ein Buch zu lesen."


Philip Marlowe in Der lange Abschied 
von Raymond Chandler

19.6.17

WINDSCHIEF B50



Um welches Buch ging es am 16.Juni?




Über den Autor:

Im August 1966 wird Robert Seethaler in Wien geboren. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler.


©ZG
















Kurz zusammengefasst:

Es ist das Jahr 1937. Franz Huchel ist Siebzehn. Er lebt mit seiner Mutter in Österreich auf dem Land. Es herrscht Armut und ihretwegen fällt die Entscheidung. Franz muss weg nach Wien um eine Lehre in einer Trafik anzufangen. Es beginnt ein ihm unbekanntes Leben in der Fremde der Großstadt. 
In der Geschichte geht es um seine erste Liebe zu einer Varietétänzerin um kluge Gespräche mit Sigmund Freud, dem "Deppendoktor", der sich in der Trafik mit Zigarren eindeckt um das Leben an der Seite mit dem fordernden Trafikanten, der sich dem heilhitlernden Mob entgegenwirft um die sich ringsherum langsam zuziehende Faschistenhölle und die darin nach Luft japsende, sterbende Menschlichkeit.      


Warum sollte man das Buch lesen?

Seethaler hat die Gabe uns leicht und gekonnt inmitten eines der finstersten Kapitel der europäischen Geschichte die Umstände fühlen zu lassen. Chapeau!


Atmosphäre:

beklemmend menschlich und - beklemmend unmenschlich


Die ersten Sätze:

An einem Sonntag im Spätsommer des Jahres 1937 zog ein ungewöhnlich heftiges Gewitter über das Salzkammergut, das dem bislang eher ereignislos vor sich hin tröpfelnden Leben Franz Huchels eine ebenso jähe wie folgenschwere Wendung geben sollte.


Zitat aus dem Buch:

Freud versuchte ein Lächeln, strich sich dann zerstreut mit den Fingern durch die Haare, nahm seinen Hut vom Knie, setzte ihn auf den Kopf und erhob sich von der Bank.
“Ich glaube, für heute haben wir genug geredet. Bald geht die Sonne unter. Und wer kann schon sagen, ob sie jemals wieder aufgeht.“


Unser Fazit:

Ein Buch zum Weinen schön - so dachten fast alle. Beim Denken allein blieb es nicht, denn einige weinten tatsächlich. 
Es geht um das Menschsein, -bleiben, -werden und das in sehr finsteren Zeit.



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Und hier die Buchauswahl zum nächsten Treffen nach der SOMMERPAUSE

J.K.
Ian McEwan - Honig

C.K. 
Julian Barnes - Der Lärm der Zeit

K.D.
Juli Zeh - Nullzeit

U.J.
Raul Zelik - Der bewaffnete Freund

A.P.
Bov Berg - Auerhaus

A.B.
Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts

P.P.
Toni Morrison - Gott, hilf dem Kind

R.W.
Dorothy Parker New Yorker Geschichten


Es kam zum Patt zwischen Eugen Ruge und Dorothy Parker - gewonnen hat . . .





Dorothy Parker – New Yorker Geschichten 

Kurzgeschichten
Original: The Portable Dorothy Parker
Aus dem Amerikanischen von Pieke Biermann, Ursula-Maria Mössner
Taschenbuch
432 Seiten 
ISBN: 978-3-0369-5951-1 
13,00 EUR


Nächstes Treffen ist am:
Freitag, den 4. August 2017
19:00 c.t.
am bekannten Ort

4.6.17

NEUER STOFF



Hier der Link zum Interview auf Sternstunde Philosophie 

20.5.17

7.5.17

WINDSCHIEF B49

Welches Buch beschäftigte uns?




















Über den Autor:

© Foto: dpa Picture-Alliance / Erwin Els













Die ersten Sterne seines Lebens erblickte Wolfgang Herrndorf am 12. Juni 1965 in der Hansestadt Hamburg. Er schrieb, illustrierte und malte. Gewann etliche Literaturpreise. Anfang des Jahres 2010 bekam er die erschütternde Diagnose - man entdeckte ein Glioblastom"Bilder deiner großen Liebe" ist Herrndorfs letztes Buch, das er eine Woche vor seinem Tod dem Verlag zu veröffentlichen erlaubte.

Am 26. August 2013 beendete Wolfgang Hernndorf selbstbestimmt sein Leben. 


Kurz zusammengefasst:

Ein unvollendeter Coming-of-Age-Episodenroman über ein vierzehnjähriges Mädchen namens Isa (man erinnere sich an TSCHICK), die auf ihrer Flucht aus der Psychiatrie einigen schrägen Menschen begegnet. Ein Außenseiterroman - durch und durch

Warum sollte man das Buch lesen?

Wenn man Herrndorfs Art zu schreiben mag - sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen. 


Atmosphäre:

schnoddrig und schräg


Die ersten Sätze:

Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert.
Weil das viele Leute denken, dass sie superkomplettbescheuert sind, die Verrückten, nur weil sie komisch rumlaufen und schreien und auf den Gehweg kacken und was nicht alles. Und das ist ja auch so. Aber so fühlt es sich nicht an, jedenfalls nicht von innen, jedenfalls nicht immer.


Zitate aus dem Buch:

"Ich komme aus der Scheiße, und in die Scheiße gehe ich irgendwann auch wieder. Aber zwischendurch werde ich berühmt."
Er lacht.
"Und wie willst du berühmt werden? Was kannst du denn, womit du berühmt werden willst?"
"Man muss gar nichts können. Viele sind ja einfach so berühmt, ohne was gut zu können. Serienmörder können auch meistens nichts Besonderes. Ein Brotmesser reicht."


Unser Fazit:

Einige von uns lasen das Buch sehr gerne, lobten die abgehackte Sprache und die Atmosphäre.
Einigen von uns gefiel es nicht. 

Doch ausnahmsweise spielen hier die Gründe nur eine geringe bis gar keine Rolle. In Anbetracht dessen, dass es von Wolfgang Herrndorf in den letzten Stunden seines Lebens fertiggestellt wurde, entzieht sich jegliche Kritik.

Man muss Bilder deiner großen Liebe nicht unbedingt lesen, aber was man lesen muss, ist sein Buch oder das Blog "Arbeit und Struktur"

Danke dafür Wolfgang Herrndorf.

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Und hier zu den Vorschlägen für das nächste Treffen


P.P. 
Yuval Harari - Homo Deus 
(lief aufgrund seines Umfanges S. 567 ausser Konkurrenz)

HIER ein sehr interessantes Interview mit dem Autor

R.W. 
Ágota Kristóf - Das große Heft

A.P.
Lilly King - Euphoria

J.K. & K.D.
Han Kang - Die Vegetarierin

A.B.
Robert Seethaler - Der Trafikant

U.J.
Edouard Louis - Ende von Eddy



Die Wahl fiel auf

Robert SeethalerDer Trafikant 
(ist auch als Hörfassung erhältlich)




AUFGEPASST TERMINÄNDERUNG!!!

nächstes Treffen ist 

am: 16. Juni 
um: 19:00 c.t.
Ort: bekannt

(neue Regelung: pro Jahr kann ein Termin einmal geschoben werden)


JULI IST SOMMERPAUSE

1.5.17

22.4.17

WEEKEND

© Simon Prades

19.4.17

ONKEL FESTER

LIEST:

STRANGE MEN AND THE WOMEN WHO AVOID THEM 
BY
DR. RACHEL FARAONE

10.4.17

WINDSCHIEF B48

Welches Buch beschäftigte uns?

COSMOPOLIS





















Über den Autor:

©unknown - Don DeLillo














Donald Richard "Don" DeLillo. Jahrgang 1936. Sohn italienischer Einwanderer erblickt in New York das Licht der Welt. Er studiert Philosophie und Theologie und verdingt sich als Werbetexter. Seiner Meinung nach kam der Start Romane zu schreiben zu spät. „Ich wünschte, ich hätte früher begonnen, aber offenbar war ich noch nicht bereit. Erstens hatte ich keinen Ehrgeiz, ich mag Romane im Kopf gehabt haben, aber sehr wenig auf dem Papier und keine persönlichen Ziele, keinen brennenden Wunsch, etwas bestimmtes zu erreichen. Zweitens hatte ich keine Ahnung worauf es ankommt, um ein ernsthafter Schriftsteller zu werden. Ich habe lange gebraucht, um das zu entwickeln.“
Das hat die literarische Welt nicht daran gehindert sein umfangreiches schriftstellerisches Werk vielfach zu prämieren. DeLillo lebt in New York. 


Kurz zusammengefasst:
Ein Tag im April des jungen und erfolgreichen Börsenspekulanten Eric Packer an dem sein Leben BUMM macht.


Warum sollte man das Buch lesen? 
Weil DeLillos Sprache einzigartig ist.


Atmosphäre:
kühl, scharf, umspannend


Die ersten Sätze:
Der Schlaf ließ ihn jetzt öfter im Stich, nicht ein oder zwei Mal die Woche, sondern vier Mal, fünf. Was tat er, wenn das passierte? Er machte keine langen Spaziergänge in die aufziehende Abenddämmerung hinein. Kein Freund war im so nah, dass er ihn mit einem Anruf belästigen wollte. Was hatte er sagen sollen? Es ging um Momente des Schweigens, nicht um Worte. 


Zitat aus dem Buch:
Er fuhr mit dem Fahrstuhl, in dem Satie erklang, in die Marmoreingangshalle. Seine Prostata war asymmetrisch. Er ging nach draußen und überquerte die Avenue, dann drehte er sich um und betrachtete das Gebäude, in dem er wohnte.


Unser Fazit:
Leider ist die Geschichte platt und glatt. Die Charaktere zu wenig plastisch. Das Thema vergilbt, weil zu oft gehört, gesehen und gelesen. Ein Stationendrama. Die Stretchlismousine, die sich samt Packer und Fahrer Schrägstrich Leibwächter durch New York rollt. Sex, Politik und - Thrill. Zu sehr am Reißbrett konstruiert. 
Doch bleibt da eins, was schwer zu toppen ist - DeLillos Sprache. Und deshalb bekommt das Buch - trotz der erwähnten Schwächen - 
das Prädikat: wertvoll.  



Die Vorschläge zum nächsten Treffen:

P.P.

A.B.

C.K. 

C.G.
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Die Entscheidung fiel auf: 


Nächster windschiefer Abend - das Buch gelesen und mit einem Vorschlag (nicht mehr als 350 Seiten) im Gepäck, denn ... wir sind eine Lese- und KEINE Käsegruppe.

Am 05. Mai 2017 um c.t. 19:00

8.4.17

3.4.17

PAUL ANTSCHEL

AKA PAUL CELAN

11.3.17

6.3.17

WINDSCHIEF B47

Welches Buch beschäftigte uns?

Thomas Melle - Die Welt im Rücken

Über den Autor:
© Karsten Thielker - Thomas Melle




















Gebürtig in Bonn. Schreibt Romane, Theaterstücke und übersetzt. 



Kurz zusammengefasst:

Die Chronik eines manisch-depressiven Schriftstellers. 
Thomas Melle erzählt offen, ehrlich und schonungslos über seine chronische Krankheit. Danke dafür.

Wer sollte das Buch lesen? 

Alle, die besser verstehen wollen, wie es ist manisch und/oder depressiv zu sein. Es ist ein in jeder Hinsicht anschauliches Lehrbuch. 

Und warum? 

Erstens macht Melles Sprache süchtig und zweitens ist es hier der selbst betroffene Autor, der dem Leser die Tür in die Welt eines psychisch Kranken öffnet. Nach dem Lesen wissen wir mehr und sind deswegen klüger.   

Details:

Großartiger Anfang, hängt in der Mitte etwas durch und gibt am Ende richtig Gas.
Einige Protagonisten kennen wir.

Atmosphäre:

Von einer irren, kalten Hand gepackt irrlichterten wir mit Melle zusammen durch das Nach-der-Wende-Berlin - Kneipen, Feste, Psychiatrie, geschlossene Abteilung, Freundschaften, die zerbrechen - ganz unten sein und wieder raus aus dem Wahnsinn - wie lange? Keiner weiß es. 

Die ersten vier Sätze:

"Ich möchte Ihnen von einem Verlust berichten. Es geht um meine Bibliothek. Es gibt diese Bibliothek nicht mehr. Ich habe sie verloren."

Zitat aus dem Buch:

"Der Schatten ist so schnell nicht mehr wegzukriegen. Wo man bei anderen eine depressive Verstimmung diagnostizieren würde, kann bei mir, unter diesen Umständen und Verformungen, schon von einem stabilen Gemütszustand gesprochen werden. Andere würden da ins Krankenhaus gehen, ich gehe ins Kino."

Unser Fazit:

Ein wortgewaltiges und herzzerreißendes Buch. Keine leichte Kost, aber wer die haben will, kann auch ins Kino gehen.   




Die Entscheidung fiel auf: 


Nächster windschiefer Abend:

07. April 2017